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DIE ABTEI VON SAINT-MAURICE: 2000 JAHRE GESCHICHTE

Dies ist einer der religiösen und ârchitektonischen Höhepunkte des Wallis. Die Abtei Saint-Maurice, am 25. September 515 feierlich von Saint Avit, Bischof zu Vienne an der Rhone, eingeweiht, zeugt von einer noch viel älteren religiösen Präsenz. Das antike Agaunum (heute Saint-Maurice), an einer
der Durchgangsstrassen ins Wallis, war bereits den Kelten und den Römern bekannt. Vor fast 2'000 Jahren unterhielten Letztere hier eine Militärstation, die mit der Überwachung der Region betraut war. Man findet noch Zeugnisse römischer Kultstätten aus jener Zeit, einen den Nymphen
gewidmeten Tempel zum Schutz des Wassers, eine Merkur – dem Gott des Handels und
der Reisenden – gewidmete Stele.
Ein römischer Bogen aus dem ersten Jahrhundert, der Zugang zum Tempel der Nymphen, kann heute in den Katakomben nahe der Basilika betrachtet werden.

Die Abtei Saint-Maurice verdankt ihren Ursprung einem Heiligtum, das über dem Grab des heiligen Mauritius und seiner Gefährten im Martyrium errichtet wurde. Weil sie sich weigerten, auf Geheiss
von Kaiser Maximilian andere Christen zu verfolgen, sind diese Soldaten einer römischen Legion, die aus Theben in Ägypten kam, gegen Ende des III. Jahrhunderts von der römischen Armee hingerichtet worden. Zwischen 380, als der heilige Theodul, der erste bekannte Bischof des Wallis, die Reliquien der Martyrer vereinte, und 1946, als die Wiederaufbauarbeiten des durch den Sturz eines Felsens beschädigten Gebäudes stattfanden, sind acht Kirchen auf dieser Stelle errichtet worden.
Der wunderbare Klosterschatz von Saint-Maurice ist eine lebendige Erinnerung an diese reiche Periode.

Die gegenwärtige Basilika, die aus dem 17. Jahrhundert stammt, ist ein prachtvolles Bauwerk, das mit Mosaiken von Paul Monnier sowie einer Reihe von Kirchenfenstern geschmückt ist, die 1950 von Edmond Bille, einem Neuenburger Künstler, geschaffen wurden.
Das schöne romanische Kloster, die Katakomben mit den Fundamenten der ersten Kirchenbauten und die wichtigen archäologischen Ausgrabungen von Martolet vervollständigen den Besuch dieser
wunderbaren architektonischen Anlage.

Die Abtei von Saint-Maurice ist noch immer Sitz der rund dreissig Mitglieder umfassenden
Kongregation der Augustiner-Chorherren. Eine ihrer Hauptaktivitäten ist und bleibt das
Unterrichten. Die vom Staat Wallis anerkannte Sekundarschule nimmt rund sechzig interne
Schüler auf und bereitet über tausend Studenten auf ein Universitätsstudium vor.